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Vivell+co AG
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Fachgespräch

Interview zum Nachlesen, Zeitschrift Wellnessideen 2014 (517.2 kB)

Niklaus Stalder über die aktuellen Entwicklungen in Schwimmbadbau und -technik.

Geht es darum, zu erfahren, was sich im Schwimmbadbau im letzten Jahrzehnt verändert hat, wie der aktuelle Stand der (Wasser-) Technik ist oder was es heute zu beachten gilt, wenn man vor einem Poolprojekt oder einer Poolsanierung steht, gibt es kaum jemanden, der auf einen ähnlich reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann wie Niklaus Stalder. Seit 1973 leitet er in zweiter Generation das 1959 gegründete Schweizer Schwimmbadunternehmen vivell+co., das nun auf dem Weg ist, in die dritte Generation überzugehen. Er gilt heute als „die“ Kompetenz auf dem Gebiet Schwimmbadbau und -technik. Im Fachgespräch äussert er sich zu den aktuellen Entwicklungen, gibt Tipps und Einblicke in sein Metier.

DER EIGENE POOL IST NOCH IMMER DAS «MASS A LLER DINGE»? 

Noch nie lag ein Pool so im Trend wie in den letzten Jahren. Das Element Wasser bietet Entspannung und Sport, Erholung und Wohlbefinden direkt vor der Haustüre. In unserer hektischen und stets knappen Zeit ist da ein Schwimmbad im eigenen Garten ein Glücksfall. Insbesondere mit Blick auf die heutigen Möglichkeiten: vollautomatische Regeltechnik für beste Wasserqualität oder Roboter für die Poolreinigung sorgen für einen sauberen und sicheren Betrieb und minimale Unterhaltsarbeiten. 

SICHERHEIT IST HEUTE IN VIELERLEI HINSICHT GEFRAGT – WELCHE VERFAHREN GEWÄHRLEISTEN DIE SICHERHEIT VON SAUBEREM BADEWASSER? 

Sicherheit ist tatsächlich ein zentrales Thema: vom Schwimmbadbau über die Wasseraufbereitung bis zur Poolabdeckung gilt sie als oberstes Prinzip. Ganz abgesehen von praktischen Dingen wie Kindersicherheit, Rutschsicherheit etc. geht es um die Hygiene und Sauberkeit der Anlagen und insbesondere des Badewassers. Ein wesentlicher Teil der Wasseraufbereitung ist deshalb die Desinfektion des Schwimmbadwassers. Nicht nur in der Wasseraufbereitungsanlage, sondern im Schwimmbecken selbst muss eine wirksame Desinfektion stattfinden. Grund: Abermillionen von Bakterien können innerhalb von Minuten ins Badewasser gelangen – die Umwälzung braucht hingegen Stunden. Das Wasser selbst muss also eine desinfizierende Wirkung aufweisen und da ist nach wie vor Chlor als Desinfektionsmittel kaum zu ersetzen. Denn Chlor desinfiziert nicht nur, es oxydiert auch und übernimmt damit einen wichtigen Teil der Aufbereitung. Die Anforderungen an ein sicheres Verfahren lauten:

• Anhaltende Desinfektionswirkung im Schwimmbecken selbst • Weitgehende Beseitigung organischerVerunreinigungen (durch Oxydation), die durch die Filteranlage nicht erfasst werden

• Einfache und sichere Nachweisbarkeit der Desinfektionswirkung durch Messung

HEUTE IST VIEL DIE REDE VON SALZ STATT CHLOR – WAS HAT ES DAMIT AUF SICH? 

Die Chlordesinfektion ist die bekannteste und eine besonders preiswerte und sichere Methode der Entkeimung. Der Unterschied liegt nicht in Salz oder Chlor – denn auch das Salz führt über Elektrolyse zu einer chlorhaltigen Desinfektion – sondern im Verfahren. Während bei der konventionellen Desinfektion dem Wasser Chlorbleiche-Lauge zugesetzt wird, arbeiten unsere Chlorozon-Anlagen mit handelsüblichem Salz. Ein patentiertes Verfahren ermöglicht dabei die Elektrolyse von Kochsalz in reine atomare Bestandteile von Chlor, Sauerstoff und Ozon. Durch die hohe Sauerstoffsättigung erhält das Wasser quellfrische Eigenschaften. Die Vorteile:

kein Chlorgeruch, keine roten Augen, einfache Handhabung und geringe Betriebskosten.

Diese Methode eignet sich auch besonders gut für empfindliche Haut. Weit mehr als 4000 Schwimmbäder wurden von uns nach diesem Standard realisiert. 

WELCHE AUFGABE ÜBERNEHMEN FILTERANLAGEN – UND WAS IST ZU BEACHTEN? 

Filteranlagen haben die Aufgabe, das Badewasser umzuwälzen und dabei Schmutzstoffe zurückzuhalten. Sie sorgen zudem für die Wärmeverteilung und die Verteilung des Desinfektionsmittels im Schwimmbad. Zu beachten ist, dass dabei nur Schmutzteile zurückgehalten werden, die in von filtrierfähiger Grösse sind. Ein Grossteil der Stoffe, die das Badewasser belasten, ist jedoch gelöst oder so fein verteilt, dass sie nicht erfasst werden und auch optisch nicht auffallen. Man hat zwar den Eindruck von sauberem, klarem Wasser, aber erst eine Messung – und zuverlässige Überwachung – bringt hier echte Klarheit. Da organische Wasserinhaltsstoffe das Wachstum von Mikroorganismen begünstigen und die Keimtötungsgeschwindigkeit bei der Badewasserdesinfektion verringern, müssen an eine Filteranlage höchste Anforderungen gestellt werden. Der Preis darf hier keinesfalls das ausschlaggebende Kriterium sein. 

WELCHE FILTERANLAGE ODER SYSTEME EMPFEHLEN SIE? 

Optimale Ergebnisse erreichen Filteranlagen, die nach dem Prinzip der Mehrschichtfiltration mit einer Filterschicht aus 3-5mm Kies sowie Quarzsand arbeiten. Eine Aktivkohlestufe bei Hallenbädern besitzt hervorragende Filtereigenschaften und vermag zudem durch Absorption auch gelöste und feinst verteilte Schmutzstoffe zurückzuhalten. Gleichzeitig wird an der Aktivkohle das bereits mit organischen Schutzstoffen angereicherte Restchlor reduziert, wodurch der Chlorgehalt fast automatisch auf konstantem Niveau gehalten wird. Dieser Faktor ist insofern sehr wichtig, als gerade die chlorierten Verunreinigungen (das angereicherte Restchlor) für den unangenehmen Chlorgeruch und Haut-/Augenreizungen verantwortlich sind. Werden diese nicht durch eine leistungsfähige und hochwertige Filteranlage abgefangen, kann nur eine Schwimmbadwasserdesinfektion helfen. 

WELCHE BAUARTEN UND SYSTEME ZÄHLEN BEI POOLANLAGEN HEUTE ZU DEN FAVORITEN? 

Der Hollywood-Stil in grell leuchtendem Blau ist nicht mehr im Trend. Gefragt sind Schwimmbecken im «Naturlook», zum Beispiel in Sichtbeton (Qualität des Betons beachten!) oder betonfarbige Polyesterbecken (sehr feine Oberflächen, schnell zu reinigen) oder Edelstahlbecken (sehr hygienisch, einfach zu reinigen). Hoch im Kurs stehen Überlaufbecken, dabei fliesst das Wasser ständig über den Schwimmbeckenrand in einen Sammeltank und von dort über die Filteranlage. Beim gewöhnlichen Skimmerbecken wird der grobe Schmutz auf der Wasseroberfläche über einen Skimmer angesaugt und im Skimmersieb festgehalten; das Wasser wird über eine Ansaugöffnung in der Beckenwand in eine Filteranlage geleitet. Energieeffizienz ist ein zentrales Anliegen und wird mit Wärmepumpenheizung, Solaranlagen, Dachkollektoren, Abdeckungen mit Solarprofilen etc. umgesetzt. Dabei sind unterschiedliche kantonale Vorschriften zu beachten. 

WELCHEN TIPP GEBEN SIE BAUHERREN, DIE VOR EINEM POOLPROJEKT STEHEN? 

«Setzen Sie auf Erfahrung, Qualität und Kompetenz – und schauen Sie sich Referenzobjekte an. Nehmen Sie nicht das Erstbeste, sondern entwickeln Sie zusammen mit einem erfahrenen Unternehmen die optimale individuelle Lösung. Ein Pool muss zu einer höheren Lebensqualität und zu einem Mehrwert Ihrer Liegenschaft führen – und sollte eine Lösung aus einem Guss sein.»